GPS-Ortung

GPS-Ortung

Rundum-Überwachung im Straßenverkehr

Immer mehr Speditionen, Taxiunternehmen oder Unternehmen mit eigenem Kundendienst koordinieren ihren Fuhrpark mit Hilfe von „Global Positioning Systemen“ – kurz GPS. Diese Systeme werden in die Betriebs-Fahrzeuge eingebaut und ermöglichen eine zum Teil lückenlose Verfolgung. Die Hersteller dieser GPS-Ortungssysteme versprechen ihrerseits „Kostensenkung, Produktivitäts- und Effizienzsteigerung sowie umfassende Kontrollmöglichkeiten“.

Die Einsatz- und Auswertungsmöglichkeiten dieser Systeme scheinen für den Arbeitgeber unbegrenzt. So kann zum Beispiel über die automatische Rückmeldung an den Disponenten der aktuelle Standort des Fahrzeugs übermittelt werden.

Unterschiedliche Aktivitäten können bzw. müssen zum Teil vom Fahrer in einem Freitextfeld beschrieben werden, wie

Anfang und Ende des Tankvorgangs sowie getankte Menge,
Wartezeiten und Bereitschaftsdienst,
Pausen.
Uhrzeit und Ort dieser Eingaben werden hierbei zu jedem Zeitpunkt erfasst und im System für spätere Auswertungsmöglichkeiten gespeichert.

Des Weiteren können Fahreigenschaften durch die GPS-Tools ermittelt werden und geben über das Fahrverhalten der Mitarbeiter einige Auskünfte:

In welchem Drehzahlbereich wird gefahren?
In welcher Weise wird der Tempomat verwendet?
Daraus wird im besten Fall ein Schulungsbedarf ermittelt, um z.B. wirtschaftliches Fahren zu trainieren. Es gibt aber auch Systeme, die aus diesen Informationen automatisch „Fahrernoten“ generieren.

Unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten werden diese Überwachungsmöglichkeiten sehr kritisch gesehen. So hat sich bspw. die nordrhein-westfälische Aufsichtsbehörde für Datenschutz und Informationssicherheit (LDI) wie folgt geäußert. „Eine GPS-Ortung und die damit verbundene Verarbeitung personenbezogener Daten kann nach § 28 Abs. 1 S. Nr. 2 BDSG zulässig sein, soweit sie zur Erfüllung eigener Geschäftszwecke erfolgt, zur Wahrung berechtigter Interessen des Arbeitgebers erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass das schutzwürdige Interesseder oder des Beschäftigten am Ausschluss der Verarbeitung oder Nutzung überwiegt. Die Nutzung von Ortungssystemen, mit denen das Arbeitsverhalten von Beschäftigten dauernd kontrolliert wird, ist allerdings datenschutzrechtlich unzulässig.“

Weitere Aufsichtsbehörden innerhalb der Bundesrepublik sehen dies ganz ähnlich.

Gleichzeitig muss man auch die künftige Rechtslage im Auge behalten: Der aktuelle Gesetzentwurf für Regelungen zum Beschäftigtendatenschutz sieht vor, dass eine GPS-Überwachung nur noch zulässig sein soll, wenn dies aus betrieblichen Gründen zur Sicherheit der Beschäftigten oder zur Koordination ihres Einsatzes erforderlich ist und keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Beschäftigten am Ausschluss der Datenerhebung bzw. -verarbeitung überwiegen.

Für Speditionen, Servicedienstleister oder auch Taxiunternehmen stellt sich nun die Frage: Was ist erlaubt? Wie weit darf die Fahrerüberwachung gehen und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Einsatz solcher Systeme zulässig ist?

Weitere detaillierte Informationen sowie mögliche Lösungsansätze zu diesem Thema erhalten Sie telefonisch unter 0800-9513632.